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Attraktiver Wohnraum auf historischem Boden

Die Stiftung Turmhof öffnete am letzten Samstag die Türen zu fünf Gebäuden im Turmhofareal Steckborn

Film: www.lokalfernsehen-steckborn.ch

(hch) Eine Wohnung mitten in der Altstadt? Möglichst in einem historisch wertvollen Gebäude? Mit hellen, lichten Räumen? Mit schönem Parkett und getäferten Wänden? Und Platz für Kinderwagen in einem grosszügigen Treppenhaus? Und einem Balkon mit Sicht auf den See? Oder gar mit Seeanstoss? Und das alles für einen vernünftigen Mietzins? Wenn der eigene Parkplatz vor der Haustür nicht zum absoluten Muss bei der Wohnungssuche gehört, kann diese Vision schon Ende 2017 für Suchende in Steckborn Realität sein.

Die Stiftung Turmhof öffnete am letzten Samstag die Türen zu den fünf Gebäuden im Turmhofareal und sehr viele nutzten die Gelegenheit zu einem Blick hinter die Fassaden, um zu besichtigen, zu fragen, sich zu informieren. Die zuständigen Architekten, Vertretende der kantonalen Denkmalpflege, des Amtes für Archäologie, des Stiftungsrats oder auch Mitglieder der Heimatvereinigung gaben bereitwillig und kompetent Auskunft. Das Bijou im Turmhofareal werde sicher die 4 1/2-Zimmerwohnung auf zwei Etagen im ehemaligen Seewasserpumpenhaus, kann sich Architekt Hans Bissegger vorstellen. Die Wohnung werde hell, mit den geplanten Fenstern auch im Dachstock, der Blick über den Untersee reizvoll und der Anbau seeseitig dürfe bis auf die Höhe des Obergeschosses angehoben werden. Entstehen wird eine kleine Aussichtsterrasse, ein spezieller Platz mit einer ganz besonderen Atmosphäre in jeder Jahreszeit. Auch die 2 1/2-Zimmerwohnung im Turmhof wird schnell Liebhabende finden, die in einem historischen Kontext leben wollen. Wenn sie die steinerne Wendeltreppe bis in den dritten Stock hinaufgekraxelt sind, werden sie mit dem Blick über den Untersee bis zur Insel Reichenau belohnt, selbst an einem Morgen mit bedecktem Himmel «ein Gefühl, als würdest du über dem See schweben», wie ein Besucher lobt.

Im aktiv genutzten Areal wohnen und leben Auch wenn die Remise in der jetzigen Form bestehen bleibt, bieten neben diesen Hauptattraktionen auch das «Kaufhaus» und das «Haus zur alten Schmitte» je drei Wohnungen, alle mit einem hofseitigen Balkon, im Parterre jeweils mit Ateliers und Nebenräumen. Nicht nur ist der Blick aus diesen Gebäuden in den Hof des Areals oder strassenseitig in die Altstadt und den Seerücken anregend und spannend, auch die Gebäude haben viel Charme. Im «Haus zur alten Schmitte» überzeugen das geräumige Treppenhaus sowie die hellen Räume in den grosszügigen Wohnungen mit genügend Platz auch für Familien. Oder im dritten Stock des «Kaufhauses» ist eine Wohnung mit kleinem Balkon geplant, der den Blick über die Remise und das Pumpenhaus auf den See ermöglicht. Die Stiftung Turmhof wolle dazu beitragen, die Altstadt zu beleben, betont Geschäftsführer Felix Lieberherr, und darum bezahlbare Mietwohnungen anbieten. Die Wohnungen werden nicht den Komfort eines Neubaus bieten, sanft renovieren bedeute ja auch, möglichst viel der alten Substanz zu erhalten. Es gelte, so Baubiologe Karsten Brodbeck, gekonnt die denkmalpflegerischen Anliegen mit den Vorschriften zum Beispiel für Brand- oder Lärmschutz zu verbinden.

Trotzdem, Mieterinnen und Mieter werden in einem Altbau wohnen, zudem führe die Stiftung Turmhof das Kulturprogramm weiter, so Felix Lieberherr, alle werden in einem aktiv genutzten Areal leben. Und das sei auch eine grosse Chance, weiss Hans Bissegger aus gemachten Erfahrungen im Eisenwerk Frauenfeld. «Wenn private und öffentliche Interessen aufeinanderprallen, können die daraus resultierenden Diskussionen viel Verständnis für die Bedürfnisse anderer bewirken.»

Bote vom Untersee und Rhein, 21.06.2016, www.bote-online.ch