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Frech, witzig, vergnüglich

«Die grellen Frischzellen» unterhielten am Samstag ein begeistertes Publikum im Foyer Turmhof in Steckborn

(hch) Am Samstagabend war das Foyer Turmhof brechend voll, ein paar wenige hofften an der Abendkasse, dass sie vielleicht doch einen der noch freien Stühle ergattern können. «Die grellen Frischzellen» versprechen einen unterhaltsamen Abend, für viele genau das Richtige für den ersten kaltgrauen Regenabend seit Monaten. Organisator Felix Lieberherr freut sich, dass auch der vierte und letzte Anlass des diesjährigen Kulturprogramms so grossen Anklang gefunden habe und verspricht, dass dank der vielen grosszügigen Sponsoren und Sponsorinnen das Foyer Turmhof auch 2019 wieder ein abwechslungsreiches Kulturprogramm anbieten könne.

Wortspiele und Wortwitze

Und dann beginnen sie. «Die grellen Frischzellen» führen das begeisterte Publikum durch das Angebot eines Wellness-Hotels. Lieder, mal fröhlich volkstümlich, mal rappig oder rockig, mal rauchig jazzig, Wortspiele und Wortwitze nehmen Wohlfühloasen der heutigen Zeit auf die Schippe, behandeln einmal kompetent unterstützt durch Männer aus dem Publikum Runzeln, Cellulite und sich ausdehnende Bäuche. Gabriela Kurz als Fränzi ist die begeisterte und begeisternde Empfangsdame, füllt ihre Rolle
mit Gusto und Verve aus. Sie tritt überkandidelt mit ihren gelben Schuhen in Fettnäpfchen, verbindet den Saunabesuch mit gelben Urinflecken im Schnee, interpretiert naiv und wortwitzig Inkontinenz
mit weltumspannenden Reisen auf Kreuzfahrtschiffen auf die fünf Kontinente. Anita Lehmann mit ihren flachen grünen Schuhen, mit ihren sparsamen Bewegungen, ihrer tiefen beruhigenden Stimme kann als Cindy mit Yoga, Meditationen, mit Ayurveda, Shiatsu, Kneippen oder Wandern jeden Hotelgast zu seiner oder ihrer naturverbundenen Mitte führen. Carina Hosch als Brischitt in ihrem kleinen Schwarzen, ihren roten Stöckelschuhen, mit ihrem französischen Akzent und den charmant lasziven Bewegungen bringt mit ihrer Überzeugung «aussen fix, innen nix, macht gar nix» graziös den Sex ins Hotel. Ihre stimmgewaltige Liebeserklärung «Ewigi Liäbi» hätte den Plastikfrosch in ihrer Hand eigentlich zum Leben erwecken, zum Prinzen ihrer Träume verwandeln müssen.

Publikum klatscht begeistert den Takt

Bekannte Melodien mit eigenen ironischen oder frechen Texten
zu verbinden, ist ein erfolgreiches Konzept. Die abwechslungsreiche Show wird durch die professionelle musikalische Begleitung zusammengehalten. Marianne Schürch Hersperger mal einen blauen Schal strickend, mal am Klavier, mal an der Handorgel schafft es jeweils mit wenigen Takten, Erinnerungen
im Publikum zu wecken. Sei es mit Gassenhauern wie «Rote Lippen» oder «Waterloo» am Karaoke-Abend, sei es mit «Que sera» als Illustration des drögen Hausfrauenlebens, sei es mit den ersten Takten des Morricone Western-Klassikers «Spiel mir das Lied vom Tod» oder mit «Killing me softly» als Veranschaulichung der Wohlfühl-Massage.

Und wenn die «Grellen Frischzellen» «Mis Dach isch de Himmel vo Steckborn» singen, wird Zarli Carigiet und die «Niederdorf-Oper» wieder lebendig und das Publikum klatscht begeistert den Takt, bedankt sich für einen abwechslungsreichen, vergnüglichen Abend.