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Jodeln, Musik und viele Worte

Das Trio Christine Lauterburg, Tanja Kummer und Dide Marfurt begeisterten im Foyer der Turmhofs Steckborn

(jo) Abschluss und Höhepunkt zugleich, zu dem Felix Lieberherr, Kulturkommission, herzlich begrüsste. Die Stiftung Turmhof erlebte am Samstag mit dem fulminanten Auftritt von Christine Lauterburg, der Sprachkünstlerin Tanja Kummer und dem Musiker Dide Marfurt das Ende ihres ersten Kulturprogamms mit insgesamt vier Veranstaltungen, das Lust auf ein zweites geweckt und das wohl, hoffentlich, auch im nächsten Jahr wieder aufgelegt wird. Geplant ist jedenfalls, auch in den «kommenden Jahren ein Kulturprogramm» durchzuführen, das vor allem die Begegnung der Menschen am Untersee bei kulturellen Veranstaltungen fördern soll. Dieser letzte Abend hat dazu sicher viel beigetragen. Er führte zurück zu den «Wurzeln» – zur Heimat, der Schweiz, dem Thurgau. Und das kam hervorragend an.

Musik, Musik

Ein Abend, der keine grossartigen geistigen Leistungen verlangte. Vielmehr zum Lächeln, Schmunzeln, zu einem vergnügten Lachen einlud. Aber auch zum Staunen über die sprachlichen und musikalischen Leistungen. Das Trio kennt sich seit 2008 und schafft es immer wieder, drei- bis viermal pro Jahr gemeinsam aufzutreten. Ein fest vorbereitetes Programm gibt es nicht. Was wohl auch nicht nötig ist, da alle drei aus einem reichen Fundus und ihrer guten Zusammenarbeit schöpfen können. Christine Lauterburg begann. Eine fantastische Jodlerin. Sie besitzt einen glockenhellen und starken und reinen Sopran, mit dem sie die Zuhörenden sofort für sich einnahm. Sie begleitete sich selbst mit dem Langnauerörgeli oder auch mit der Geige und stellt einmal die «Volle» vor – mit der ein Alpsegen weit hinausgetragen wird. Sie greift sicher auf die Schweizer Volkmusik zurück, die sie aber so interpretiert, dass etwas Eigenständiges entsteht.

Sehr einfühlsam wird sie von Dide Marfurt auf verschiedenen Instrumenten begleitet. Oder er stellt die Drehleier vor, ein seltenes Instrument. Wie Christine Lauterburg hat auch Marfurt erst später zur Volksmusik gefunden. Und zwar bei einem mehrmonatigen Aufenthalt in Irland. Wo er häufiger gefragt wurde, ob es denn in der Schweiz keine Volksmusik geben würde. Zurückgekehrt, machte er sich auf die Suche – mit grossem Erfolg. Und ist dabei geblieben.

Sprachakrobatin Tanja Kummer

Tanja Kummer – die Sprachkünstlerin. Oder besser noch die Sprachakrobatin. Wenn sie spricht, werden Buchstaben in einem unwahrscheinlichen Tempo zu Worten, (kurzen) Sätzen, die einem Wasserfall gleichen, der über einen Felsen in die Tiefe stürzt. Erstaunlich, dass sie sich bei dem Tempo nicht verheddert, sondern trotz des Tempos «auf dem Seil» bleibt, nicht abstürzt. Kleinste Erfahrungen nutzt sie für ihre wortgewaltigen, ja, Kompositionen, die oft zu einem überraschenden Ende führen. Unwillkürlich hält man immer wieder den Atem an und wartet gespannt, was aus ihren Worten schliesslich mal werden wird: «Ich, ich bin, rede – also bin ich…». Man merkt es ihr an, dass sie viel Spass daran hat, da sie gern selbst während des Lesen lächelt. Natürlich las sie auch aus ihrem Buch «Alles Gute aus dem Thurgau.» Mit einem begeisterten Applaus bedankte sich das Publikum bei dem Trio für diesen wunderbaren Abend.

 

Bote vom Untersee und Rhein vom 14.10.2014
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