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Neues Baugesuch für das Turmhof-Areal

Die Stiftung Turmhof erwarb im Jahre 2002 neben dem Turmhof auch das Kaufhaus, die Remise, das alte Wasserwerk und das Haus „Zur alten Schmitte“. Dies mit der Absicht, ein überregionales, kulturelles Begegnungszentrums zu realisieren. In enger Zusammenarbeit mit der kantonalen Denkmalpflege und dem Bundesamt für Kultur entwickelte die damalige Planungskommission ein Projekt mit einem Saal, der verschiedenen kulturellen Veranstaltungen gedient hätte.

Neue Ausgangslage
Das ursprüngliche Turmhofprojekt konnte aber aus zwei Gründen nicht realisiert werden. Damit der in der Stiftungsurkunde postulierte, eigenwirtschaftliche Betrieb erfüllt wird, hätten die Museumsräume zu Gunsten von zwei vermieteten Wohnungen reduziert werden müssen. Die Heimatvereinigung lehnte die angebotenen Ersatzräume jedoch ab. Als der Stadtrat beschloss, einen Beitrag an die Miete des Museums zu leisten, konnte im Februar 2015 doch noch eine einvernehmliche Lösung getroffen werden. Das Museum wird nun seine Ausstellungen weiterhin über drei Etagen zeigen können.

Denkmalpflegerische Aspekte
Ein zweiter Grund, warum das ursprüngliche Konzept nicht umgesetzt werden konnte, war, dass die Eidgenössischen Kommissionen für Natur- und Heimatschutz (EKNH) und die Denkmalpflege (EKD) im November 2012 ein Gutachten erstellen liessen. Dieses empfahl neu die Unterschutzstellung der Remise und die Erhaltung der Kleinkörnigkeit.

Konzeptanpassung
Der Stiftungsrat sah sich alsdann veranlasst, ein alternatives Konzept zu entwickeln. Zwar kann ein kulturelles Begegnungszentrum mit Saal nicht mehr realisiert werden, aber das Foyer und der Hof sollen für kulturelle Veranstaltungen wie Openair-Kino, Konzerte, Ausstellungen etc. genutzt und für solche Anlässe weiterhin zur Verfügung gestellt werden. Im Parterre der „alten Schmitte“ und im Kaufhaus stehen zudem Räumlichkeiten für ein Kunstgewerbe oder ein Atelier zur Verfügung.

Der Stiftungsrat stellt demzufolge ein neues Baugesuch, das folgende Umbauten und Renovationen umfasst:

Turmhof
Der Turmhof wird eine Aussenrenovation erhalten. Die Elektroinstallationen müssen erneuert werden und die Museumsräume werden einer Pinselrenovation unterzogen. Die 2 ½-Zimmerwohnung im 3.OG (82,5 m2) wird umfassend renoviert. Zudem wird eine Heizung eingebaut. In den Annexbauten werden ein Office und Toiletten erstellt.

„Zur alten Schmitte“
Die Garage/Terrasse wird abgebrochen. Im Parterre sind Räume für ein Kunstgewerbe sowie Keller- und Veloräume vorgesehen. Im 1. Stock wird die 4 ½- mit 106 m2 und im 2. Stock die 3 ½ -Zimmerwohnung mit 95,4 m2 umfassend renoviert. Im Dachgeschoss mit einer Grundfläche von 74,2 m2 wird eine 1 ½ Zimmerwohnung eingebaut. Alle 3 Wohnungen erhalten auf der Seeseite Balkone von 9,5 resp. 7,5 m2.

Wasserwerk
Im Wasserwerk entsteht auf zwei Stockwerken eine 4 ½-Zimmerwohnung mit einer Fläche von 104,5 m2 sowie eine seeseitige Terrasse mit 10,9 m2.

Remise
Die Remise wurde vom Stadtrat unter Schutz gestellt. Es sind deshalb keine Umbauten geplant. Die Stiftung hat für die kulturellen Anlässe aber einen Bedarf an Stauräumen.

Kaufhaus
Im Parterre des Kaufhauses ist neben Kellerräumen und Haustechnik ein 31,4 m2 grosser Raum geplant, der einem Kunstgewerbe dienen oder als Atelier verwendet werden kann. Im 1. und 2. Stock werden die beiden 4 ½-Zimmerwohnungen mit 109 resp. 110,6 m2 umfassend renoviert. Seeseitig sind Balkone von 6,6 – 7,2 m2 geplant. Im Dachgeschoss entsteht eine grosszügige 1-Zimmerwohnung mit einem seeseitigen Balkon und einer Gesamtfläche von 46,7 m2.

Moderne Standards
Wo eine Aussenrenovation aus Gründen des Denkmalschutzes nicht möglich ist, werden die Wohnungen innen isoliert. Es versteht sich von selbst, dass auch die Fenster dem aktuellen Standard in Bezug auf Lärm und Wärmedämmung entsprechen werden.

Geeignete Lösung
Die Stiftung Turmhof ist überzeugt, dass mit diesem revidierten Projekt sowohl den räumlichen Bedürfnissen des Museums als auch der Forderung der Stiftungsurkunde nach einem eigenwirtschaftlichen Betrieb bestmöglich nachgekommen wird. Mit einer rechtskräftigen Baubewilligung käme die Stiftung ihrem Ziel zur Erhaltung des Turmhofs sowie zur Sanierung und Renovation der Nachbarbauten einen grossen Schritt näher.

Alfred Muggli, Präsident