Aktuelles

Von Bach bis Gershwin

Das Dani Felber Trio bot am Sonntag Jazz vom Feinsten bei Kultur im Turmhof Steckborn

(ms) Das Trio Dani Felber (Flügelhorn/Trompete), Bernd Hess (Gitarre) und Rodrigo Aravena (E-Bass, da der Kontrabass im Bass-Spital war) wussten das Publikum im ausverkauften Turmhoffoyer am Sonntagvormittag zu begeistern. Drei internationale Musiker (Schweiz/Deutschland/Australien), die sich beinahe blind verstanden und die Musik mit Leib und Seele rüberbrachten. Nebst der Musik wusste Dani Felber mit heiteren Anekdoten aus seiner Musikerkarriere das Publikum zum Lachen zu bringen. So stand Dani Felber am Samstag bis spät abends beim Nationalen Wandertag in Ermatingen auf der Bühne und Bernd Hess war erst am Sonntagmorgen aus München angereist. Als Dani Felber dann das Publikum versehentlich mit ‚Guten Abend’ begrüsste, meinte er lachend, der Abend sei eben normalerweise seine Bühnenzeit und nicht der frühe Morgen.

Von Trio bis Bigband
Dani Felber ist nicht nur ein Musiker, der auf der ganzen Welt unterwegs ist, der jede Musik liebt, besonders den Jazz, wo er sich ganz persönlich einbringen kann, nein, auch bei der Anzahl Musiker, mit denen er respektive die mit ihm musizieren, geht’s vom Trio so wie heute, bis zur grossen Bigband. ‚Air’ von Johann Sebastian Bach oder wie Dani Felb er sagte ‚Luft’ bekam einen speziellen Sound, ohne dass man dabei das Original nicht spüren konnte. Auch bei ‚Lady Bird’ oder nach Dani Felber ‚Frau Vogel’ war das Publikum begeistert. Die Solopassagen wurden ebenso mit Applaus bedacht wie das ganze Stück. Ein Traum ging für ihn in Erfüllung, als er vor rund zwei Jahren nach Ermatingen zurückkehrte und eine Liegenschaft fand, mit von aussen nicht sichtbaren Vorzügen. Denn die grossen Räume für Tonstudio oder Konzerte sind alle unterirdisch, erklärte Dani Felber. Dort finden dann Anfang Dezember auch mit ‚Swinging Christmas’ öffentliche Konzerte statt. Mehr dazu findet man auf seiner Homepage. Dani Felber hat schon mit vielen Weltstars gespielt. Gerade am Wochenende Anfang September an der Jazzmeile in Kreuzlingen mit Bill Ramsey. Auch mit Albert Hammond oder mit dem unvergesslichen Paul Kuhn, dessen Lieblingsstück ‚In a mellow tone’ nicht  fehlen durfte. Dani Felber engagiert sich auch mit Benefizkonzerten für Schulen und Kirchen, die Johann Dähler in Afrika aufbaut. Eindrücklich schilderte er die Kirche, zu deren Einweihung er spielen durfte, in welcher eine Seite mit Bänken bestuhlt war und die andere Seite mit Teppichen, so dass sie von zwei Religionen genutzt werden konnte. ‚Da war mit unserer Kirchenmusik kein Blumentopf zu gewinnen, aber bei Gospelmelodien kam Leben in die Kirche’. Oder der Dorfmusik in Afrika, der er ein Arrangement geschrieben hatte für einen Anlass, dann aber vor Ort feststellen musste, dass die gar keine Noten lesen konnten. Da war seine Stärke, die Improvisation, gefragt.

Turmhofblues
Nach dem Jazz-Teil wechselte Dani Felber vom Flügelhorn zur Trompete und Blues war angesagt. Auch mit diesem Stil wusste das Trio zu begeistern. Speziell war der Turmhofblues, der die Akustik des Raums zur Geltung brachte. Am 24. Dezember wird von den öffentlich-rechtlichen Fernsehsendern der Schweiz, Deutschland und Österreich ein Weihnachtskonzert in Bethlehem aufgezeichnet, bei dem Dani Felber als Solist mitwirkt. Auch frieren gehört zum Musikerleben, so vor zwei Wochen für Fernsehaufnahmen, als er im Smoking auf dem Matterhorn spielte. Ohne Zugabe ging’s dann aber ganz sicher nicht und beim anschliessenden Apéro waren die drei Musiker mit den Gästen in Gespräche vertieft.