1. Das Projekt im Überblick

Die Zukunft des Turmhofs und seiner Nachbarliegenschaften

Der Turmhof aus dem 13. Jahrhundert gehört zu den markantesten und bekanntesten historischen Bauten am Untersee. Er ist das Wahrzeichen des pittoresken Städtchens Steckborn. Seine wechselvolle Vergangenheit verdient eine spannende Zukunft. Sie stützt sich dabei auf Entscheide der Stimmbürgerinnen und Stimmbürger der politischen Gemeinde und der Evangelischen Kirchgemeinde Steckborn:

  • Die Gemeindeversammlung der Evangelischen Kirchgemeinde bewilligte am 19. Januar 2003 mit überwiegender Mehrheit den Verkauf des Turmhofes samt Schopf und eines Anteils am Hofraum für CHF 600‘000 an die Stiftung Turmhof und einer Bareinlage von CHF 100‘000.
  • Die Stimmbürgerschaft der politischen Gemeinde genehmigten am 9. Februar 2003 an der Urne ebenfalls mit überwiegender Mehrheit den Verkauf des Kaufhauses, der Remise, des Seepumpenhauses und eines weiteren Hofraumanteils für CHF 200‘000 an die Stiftung Turmhof und ebenso eine Bareinlage von CHF 100‘000.

In der gemeinsamen Abstimmungsbotschaft der beiden Gemeinden wurde der Zweck  im Art. 2 der Stiftungsurkunde folgendermassen festgehalten:

  1. Die Stiftung Turmhof bezweckt den Erwerb, die Instandstellung und den weitgehend eigenwirtschaftlichen Betrieb des Turmhofes und seiner Nachbarliegenschaften.

  2. Zu diesem Zweck kann sie kulturelle, soziale und gewerbliche Einrichtungen selber betreiben oder durch Dritte betreiben lassen.

Massnahmen zur Sicherung der Zukunft
Damit der Turmhof und seine Nebengebäude in neuem Glanz erstrahlen, mit Leben erfüllt werden und zur Attraktion von Steckborn beitragen können, sind verschiedene Massnahmen notwendig:

A. Rettung des Baudenkmals
Der Zustand des Turmhofkomplexes ruft nach Renovation und Sanierung. Die Eidgenössische und kantonale Denkmalpflege haben die Planungsarbeiten begleitet und die von den Eidgenössischen Kommissionen für Natur und Heimatschutz (EKNH) und Denkmalpflege (EKD) im Gutachten von 2012 gemachten Empfehlungen wurden berücksichtigt.

B. Kulturelle Angebote
Die Stiftung wird neben dem Foyer vor allem den Innenhof des Turmhofareals für kulturelle Anlässe benutzen und auch für solche Veranstaltungen zur Verfügung stellen.

C. Eigenwirtschaftlichkeit
Die Forderung der Stiftungsurkunde nach Eigenwirtschaftlichkeit wird durch die Vermietung von Wohnraum sichergestellt. In den folgenden Gebäuden werden Wohnungen errichtet resp. renoviert: Turmhof, Pumpenhaus, Kaufhaus und „Haus zur Schmitte“. Die Einnahmen aus der Vermietung der Wohnungen dienen neben dem Unterhalt der Liegenschaften auch der Unterstützung von kulturellen Anlässen.

Merkmale der Einzigartigkeit

A. Perspektive für eine Stadt
In den letzten zwei Jahrhunderten erlitt das Städtchen am Untersee eine eindrückliche industrielle Entwicklung. Im Zusammenhang mit der Säkularisierung 1848 wurde das Kloster Feldbach aufgehoben, wo sich in der Folge verschiedene Handwerksbetriebe einmieteten. Nach dem Brand des Klosters im Jahre 1895 entstanden auf dem Feldbachgelände verschiedene Industriebetriebe. Friedrich Gegauf produzierte hier die erste Hohlsaum-Nähmaschine der Welt, daraus entstand später die Bernina-Nähmaschinenfabrik. Im Feldbach baute Samuel Bächtold Petrolmotoren, welche in ganz Europa exportiert wurden und schliesslich entstand 1923 auf dem Feldbachareal die Kunstseidenfabrik. Mit der Schliessung der Kunstseidenfabrik 1974 setzte der Niedergang des Industriezeitalters in Steckborn ein, auch die Bernina hat 2003 einen Teil der Produktion nach Thailand verlagert.

B. Förderung des Freizeitangebotes, des Tourismus und Kultur
Durch eine Bezirksreform verlor Steckborn den Status als Bezirkshauptort. Die Stadt setzte mit dem Bau des Yachthafens vermehrt auf die Förderung des Freizeitangebotes und des Tourismus. Der Turmhof erhöht als einzigartiges historisches Gebäude zusammen mit dem Rathaus, der Evangelischen Kirche, dem Refektorium  des ehemaligen Klosters Feldbach und den vielen gepflegten Privathäusern die Attraktivität des Städtchens. Die kulturellen Angebote der Stiftung Turmhof und die Wiederbelebung des Turmhofareals ergänzen jene des Phönix-Theaters im Pumpenhaus, sowie den Kulturbetrieb im Haus zur Glocke.

C. Das Turmhofmuseum
Nach der Renovation der Museumsräumlichkeiten realisiert der Museumsverein sein neues Museumskonzept, was ebenfalls die Attraktivität des Städtchens erhöhen wird.